15.11.2016

von B° GO

DIE NASHÖRNER von Eugène Ionesco

DÖRING'SCHE THEATERWERKSTATT PRÄSENTIERT: Die Verwandlung einer Stadt in schnaubende Nashörner.

Das Stück beginnt als fast heitere Groteske. Es führt in eine Kleinstadt, deren Bürger bis zum Aberwitz mit ihren Stereotypen verwachsen sind. Jeder ist in seinem eigenen System gefangen und keiner mehr in der Lage, sich von der eigenen Denkweise zu lösen. Selbst die Sprache hat sich, von allen unbemerkt, in ein verstörendes Labyrinth verwandelt. In einer Gesellschaft, die vollständig im Konformismus aufgegangen ist, wird die Hauptfigur Behringer, dem die Anpassung nicht glückt, zum sichtbaren Fremdkörper. 

Diese scheinbare Idylle wird durch das Auftauchen eines durch die Stadt rasenden Nashorns aus dem Gleichgewicht gebracht. Allerdings nur kurzfristig, denn je mehr Nashörner die Straßen bevölkern, desto mehr wandelt sich die anfängliche Empörung der Bürger in Akzeptanz und Bewunderung für die „Stärke und Kraft“ der neuen Einwohner. Und während ein Bürger nach dem anderen zum Nashorn wird, kann einzig Behringer der neuen „Bewegung“ nichts abgewinnen. Als er erlebt, wie sein Freund Hans sich vor seinen Augen mit dem Aufschrei: „Die Moral muss überwunden werden.

Das Humane ist überholt“ zum tobenden Nashorn mutiert, verkriecht sich Behringer in seiner Wohnung. Seine letzte Hoffnung, er könne mit seiner Freundin Daisy inmitten der Nashörner als Mensch weiterleben, erfüllt sich nicht, da auch sie nicht bereit ist gegen den Strom zu schwimmen. So bleibt er am Ende der letzte freie, verantwortungsbewusste Mensch in einer Welt von Ungeheuern.

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