12.06.2017

von B° RB

Hohenzollern-Radweg

Unsichtbares wird sichtbar, Vergangenes lebendig: Der erste "Augmented Reality-Radweg" Deutschlands liegt in der Metropolregion Nürnberg

Testete die neue Technik: Landrat Matthias Dießl bei der Vorstellung des neuen Radwegs

Ein Ritter erwacht aus dem Schlaf, die "schöne Else" steigt aus ihrer Gruft und ein Falke fängt zu sprechen an: Der Fürther Landrat Matthias Dießl hat im Beisein zahlreicher Gäste den Hohenzollern-Radweg eröffnet - er ist Deutschlands erster Augmented Reality-Radweg

„Und damit wahrscheinlich der spannendste Radweg im ganzen Land”, so Dießl. Unter Augmented Reality versteht man die Verschmelzung der Realität mit Computer-Effekten. Bekannt geworden ist diese Technik durch das Handy-Spiel „Pokemon”, mit dem man mit dem Handy verschiedene vom Programm erzeugte Figuren in der realen Umgebung entdeckt.

„Beim Hohenzollern-Radweg steht aber die Unterhaltung besonders für Familien im Vordergrund. In überraschender Weise macht diese besondere App Unsichtbares sichtbar und Vergangenes lebendig”, sagte der Landrat. Insgesamt gibt es auf dem Hohenzollern-Radweg elf Orte, die mit der App zum Leben erweckt werden können. Übrigens: Schummeln geht nicht. Die App erkennt, ob der Radler sich tatsächlich vor der Sehenswürdigkeit befindet, nur dann werden die Objekte zum Leben erweckt.

Den Hohenzollern-Radweg gibt es schon länger, er erstreckte sich aber nur von Langenzenn bis Windsbach. Nun wurde er auf knapp 100 Kilometer erweitert und führt von Nürnberg bis nach Ansbach, vorbei an verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die an die Hohenzollern erinnern. Sie haben 600 Jahre lang in Franken und Brandenburg regiert.

Beim Radeln durch die Natur werden mit dem Smartphone Bauwerke und Geschichte(n) zum Leben erweckt. So erzählt beispielsweise in Roßtal die „schöne Else” von der Vergan- genheit. Im Heilsbronner Münster überrascht hingegen ein animierter Ritter mit seinem Können. Ebenfalls in Heilsbronn erzählt Kurfürstin Anna aus ihrem Leben. An der Residenz Ans- bach spricht die Büste des Architekten Leopold Retti. Am Dreiherrschaftsbrunnen in Fürth berichtet der Markgraf den Radlern Wissenswertes. Auf der Nürnberger Kaiserburg erzählt ein junger Falke von den Hohenzollern. In Neuendettelsau und Langenzenn werden in filmischen Szenen Ereignisse aus der Vergangenheit nachgespielt.

Neben den einzigartigen Effekten und der Geschichte der Hohenzollern bietet die App Serviceauskünfte zu Gastronomie und weiteren Angeboten entlang des Weges. Eine integrierte Navigationsfunktion erleichtert zusätzlich zur Beschilderung die moderne Schnitzeljagd. Da- durch wird die Radweg-App zum idealen Reisebegleiter.

Die gesamte Strecke des neuen Radwegs kann in zwei bis drei Tagen zurückgelegt werden und ist besonders für Familien geeignet. Durch die zusätzliche App wird Technik mit einem Ausflug in die Natur verbunden – so können auch Kinder und Jugendliche spielerisch Geschichte erleben. „Zudem gibt es entlang der Strecke eine gute Anbindung an Bus und Bahn, so dass auch Tagesausflüge ohne Auto möglich sind”, so Landrat Dießl. Unterwegs gibt es natürlich auch viele Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Für den Hohenzollern-Radweg wurden die vorhandenen Radwege genutzt und miteinander durch eine entsprechende Beschilderung verbunden. Die Federführung bei der Umsetzung hatte das Regionalmanagement des Landkreises Fürth in Kooperation mit dem Tourismus- verband Romantisches Franken. Kooperationspartner sind außerdem die dreizehn Kommunen entlang der Strecke und der Radfahrverein ADFC.

Die App „Erlebnisradweg Hohenzollern“ ist für iOS und Android in den Stores zu finden. Alle Informationen gibt es auch online. 

Die Metropolregion Nürnberg, das sind 23 Landkreise und 11 kreisfreie Städte – vom thüringischen Landkreis Sonneberg im Norden bis zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Süden, vom Landkreis Kitzingen im Westen bis zum Landkreis Tirschenreuth im Osten. 3,5 Millionen Einwohner erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt von 118 Milliarden Euro jährlich – das entspricht in etwa der Wirtschaftskraft von Ungarn. Eine große Stärke der Metropolregion Nürnberg ist ihre polyzentrale Struktur: Rund um die dicht besiedelte Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach spannt sich ein enges Netz weiterer Zentren und starker Landkreise. Die Region bietet deshalb alle Möglichkeiten einer Metropole – jedoch ohne die negativen Effekte einer Megacity. Bezahlbarer Wohnraum, funktionierende Verkehrsinfrastruktur und eine niedrige Kriminalitätsrate macht die Metropolregion Nürnberg für Fachkräfte und deren Familien äußerst attraktiv.

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